• http://www.phaseone.com/de-DE/Camera-Systems/645DFplus/Case-studies/Joe-Cornish.aspx
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Joe Cornish
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Auf den Spuren von Ansel Adams

Wir haben uns mit unserem guten Freund Joe Cornish getroffen, um zu erfahren, was es bei ihm seit dem Launch des Digitalbacks der IQ2 Serie, bei dem er eine wichtige Rolle gespielt hat, Neues gibt (ansehen).

Joe hat uns begeistert von dem Workshop „Auf den Spuren von Ansel Adams“ erzählt, von dem er gerade zurückgekommen ist. Der Workshop wurde von Ansel Adams' bekannten Bildern „Gates of the Valley“ und „Clearing Winter Storm“ inspiriert. Joe und sein Kollege David Ward waren gemeinsam mit acht Begleitern im Nationalpark unterwegs, um wunderschöne Winterlandschaften einzufangen. Wie so oft in der Fotografie, entwickelten sich die Dinge jedoch anders als geplant.

Die Tage waren wunderschön. Für jeden Besucher, mit Ausnahme von Fotografen, gleicht Yosemite einem Paradies. Für das Team kam es jedoch anders als anfänglich erhofft. Die Gruppe hat weder einen Schneesturm gesehen, der über das Tal fegt, noch war Tiefschnee vorhanden, in dem sich das Wunderwerk der gewaltigen Mammutbäume der Mariposa Grove einfach darstellen lassen würde. Vielmehr schien die Sonne fröhlich auf die Gruppe herunter und nur ein paar wenige Wolken ließen sich am Himmel blicken. Welch ein Unglück für einen Fotografen!

Es ließen sich jedoch noch stellenweise winterliche Details finden und da Yosemite an sich schon ein Geschenk für jeden Landschaftsfotografen ist, hat Joe uns freundlicherweise eine Auswahl der Bilder bereitgestellt, die während des Trips entstanden sind. Alle Aufnahmen sind mit dem Phase One IQ280 Digitalback entstanden. Wir haben die Gelegenheit genutzt und ihn ein wenig ausgehorcht, um neue fotografische Einblicke zu erhalten.


Könntest du uns etwas zur Aufnahme des “Half Dome” (Bild 1 auf der rechten Seite) erzählen?

Location
Diese Aufnahme gestaltete sich unkompliziert und wurde von einer Brücke aus geschossen, die in Richtung Yosemite Village führt. Ansel Adams hätte sicherlich auch von hier aus geschossen und für unsere Gruppe war es eine unwiderstehliche Möglichkeit! Es war einer der wenigen Tage, an denen wir Wolken hatten (Kalifornien hatte eine monatelange Trockenperiode) und aufgrund des gegebenenThemas war ich mir schon bei der Aufnahme sicher, dass der Druck in Schwarz-Weiß sein sollte.

Bildaufbau
Der Bildaufbau rührt von einigen Denkprozessen her... bei Bildern mit Reflexionen nutze ich gerne eine Wasserwaage zum Ausrichten; damit sind präzise Spiegelungen garantiert. Ein symmetrischer, zentrierter Aufbau kann allerdings langweilig sein. Aus diesem Grund habe ich die Perspektive ein wenig nach unten geneigt. So wird der Flusslauf betont, was dem Bild zusätzliche Tiefe verleiht.

Kamerasystem
Das ideale Kamerasystem ist für mich eine Fachkamera. Das entspricht meinem fotografischen Hintergrund (ich habe zehn Jahre lang mit 4x5 Film geschossen, bevor ich in Phase One investiert habe). Der Grund ist denkbar einfach; Fachkameras bieten viele Vorteile bei der Perspektiv- und Fokuskontrolle. Es stimmt natürlich, dass Nachbearbeitungstechniken (Focus Stacking, Perspektivkorrekturen etc.) einiges ausgleichen, dennoch gibt es keinen Ersatz für die Genugtuung, schon im Moment der Aufnahme alles richtig zu machen.

Hat man sich für einen Kameratypen entschieden, kann es ein ganz schöner Entscheidungsprozess sein, sich für ein Modell zu entscheiden. Wenigstens gibt es bei Fachkameras im Mittelformat nicht zu viele Möglichkeiten und meiner Meinung nach bietet Linhof die flexibelsten und zweckmäßigsten Lösungen. Die M679 CS ist fantastisch, aber ziemlich schwer, wenn man damit im Gelände arbeiten möchte. Im Gegensatz dazu ist die Techno (auch kein Leichtgewicht!) ideal für den Outdoorfotografen (der einzig wirkliche Kompromiss ist das Fehlen von Swing-und-Tilt an der Bildstandarte). Für den praktischen Gebrauch im Gelände ist ein Zurückverschieben unumgänglich, außerdem ist ein leistungsstarker Bildschirm wesentlich.
Am wichtigsten sind die Objektive, also ist die Auswahl der besten Optiken mit den meisten Möglichkeiten entscheidend und kann eine etwas beängstigende Investition darstellen. Ich habe mir für die Techno Rodenstock Digaron-W-Optiken ausgesucht. Diese Objektive sind einfach und puristisch und der Verschluss ist mechanisch (Copal-Zentralverschluss), es sind also keine Batterien nötig. Sie sind allerdings trotzdem teuer! Ich besitze 40mm, 50mm und 90mm Optiken. Außerdem verwende ich von Zeit zu Zeit längere, ältere Objektive... 150mm, 210mm, sie erzielen alle noch akzeptable Ergebnisse, die den hohen Anforderungen des Phase One Digitalbacks gerecht werden.

Vielleicht mag es selbstverständlich klingen, aber alle Bemühungen werden vergeblich sein, wenn die Kamera nicht auf dem bestmöglichen Stativ und Stativkopf befestigt ist. Der Markt bietet viele gute Ausführungen. Ich verwende Gitzo Systematic Carbon Stative und eine Auswahl an Köpfen, von denen mit der Linhof 3D Micro der liebste ist.

Settings
Ich arbeite fast immer mit der niedrigsten möglichen ISO (bei dieser Aufnahme habe ich an meinem IQ280 Digitalback ISO35 eingestellt), Weißabgleich bei Tageslicht und z.B. Blende 11. Die Verschlusszeit richtet sich nach der Blende. In diesem Fall war es eine Verschlusszeit von 1/4 sec. Ich habe übrigens auch einen Polfilter (ND-Filter) benutzt.

Nachbearbeitung 
Der letzte Feinschliff des Bildes wird in Capture One Pro vollzogen, in dem ich das Werkzeug „Schwarz & Weiß" verwendet habe und verschiedene lokale 'Dodge & Burn'-Anpassungen vorgenommen habe. Daneben habe ich die negativen Werte für die Klarheit etwas verändert, um dem Bild einen weicheren, weniger fotografischen Look zu geben.
Warum? Zum Teil, weil ich mich durch das Ansel Adams-Thema habe inspirieren lassen, aber auch weil das Licht ziemlich grell gewesen ist und die Farben für meinen Geschmack zu 'direkt' gewesen sind. Die Schwarz/Weiß-Umwandlung hat wiederum dabei geholfen, dem Bild eine jenseitige, zeitlose Atmosphäre zu geben, die meinen Traumvorstellungen von Yosemite entspricht.

Hast du noch einen Ratschlag für aufstrebende Fotografen, die ihren eigenen Weg in der Landschaftsfotografie gehen wollen?

Jemand anderem Ratschläge für eine so persönliche Arbeit zu geben, erscheint mir anmaßend! Ich sehe Landschaftsfotografie als Kunstform und jeder Ratschlag würde genau mit dieser Ansicht zusammenhängen. Natürlich spielen wissenschaftliches Fachwissen und Handwerk auch eine Rolle und es ist äußert wichtig, Equipment zu haben mit dem man sich auskennt, auf das man sich verlassen kann und an dem man seine Freude hat. Nur so hat man beim Arbeiten den Kopf frei.

Der Fotograf Joe Cornish

Kamera: Linhof Techno
Digitalback: IQ280
Mehr Bilder: Galerie von Joe Cornish

Phase One Kamerasystem
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Erfahren Sie mehr über Joe Cornish
joecornishgallery.co.uk

ALL IMAGES © Joe Cornish

Joe Cornish IQ280 Yosemite
Joe Cornish IQ280 Yosemite
     
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