Werner Segarra
Zurück zum Überblick
Zurück zum Überblick

Mi Herencia

Werner Segarra arbeitet mittlerweile seit vielen Jahren mit Phase One. Wir haben ihn gebeten, einige seiner Bilder mit uns zu teilen und auch von seinen persönlichen Projekten zu berichten. Daraufhin entschied er sich, uns sein Projekt „Mi Herencia“ vorzustellen. Es kam zustande, als Werner die Anfrage eines puerto-ricanischen Magazins für ein Fashion Editorial erhielt. Ihm wurde die volle künstlerische Freiheit zugesichert, woraufhin er beschloss, sich auf eine Reise, zurück zu seinen puerto-ricanischen Wurzeln, zu begeben. So verwirklichte Werner ein Kunstprojekt, das sein eigenes kulturelles Erbe in den Fokus setzt. Durch die Hilfe des Haute Coture-Designers David Antonio hat er ein wunderschönes Editorial erschaffen, das eine Menge positive Resonanz erhalten hat. Lesen Sie Werners Story und sehen Sie selbst, was bei dem Abenteuer, das eigene kulturelle Erbe zu erforschen, herausgekommen ist.

 

Würden Sie uns zu Beginn ein wenig von sich erzählen und davon, wie es zu dem Projekt „Mi Herencia“ gekommen ist?

Ich habe meine Leidenschaft für die Fotografie schon sehr früh entdeckt. Mein Vater hat immer gerne in seiner Freizeit fotografiert. Mit zehn Jahren lebte ich in Saudi-Arabien, wo er mir die Grundlagen des Fotografierens und der Filmentwicklung beigebracht hat. Später habe ich dann am Art Institute of Philadelphia Fotografie studiert. Im Anschluss daran zog ich zurück nach Puerto Rico, wo ja auch meine Wurzeln liegen, und begann mit der Arbeit als Werbefotograf. Ich habe viele Editorials für einige der Top-Magazine der Insel gemacht. Heute lebe ich in Phoenix, Arizona, habe mich auf Fotografie im Bereich der Architektur und des Interiordesigns spezialisiert und beschäftige mich daneben aber auch mit anderen Themengebieten.
 
„Mi Herencia“ ist die Synthese aus Stolz, Vertrauen und Kunst. Vor zwei Jahren, vor einer Reise nach Puerto Rico, habe ich Patricia de la Torre, eine gute Freundin und Chefin des Caras Magazins kontaktiert, um ihr Bescheid zu geben, dass ich vorbeikommen würde. Daraufhin fragte sie, ob ich ein Shooting für das Magazin machen möchte. Ich würde dabei die absolute Freiheit haben und könnte tun, was ich wollte, da sie Vertrauen in meine Arbeit hat. 
 
Das ist der Moment gewesen, in dem die Idee entstand, etwas über mein Heimatland, die Menschen und einen wichtigen Teil unseres Erbes, die Kaffeeindustrie (Kaffee aus Puerto Rico galt im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts als der beste Kaffee der Welt) zu machen.  
 
Ich gewann David Antonio, einen der besten Haute Coture-Designer in Puerto Rico, der außerdem ein guter Freund von mir ist, um das Konzept zu verwirklichen. Er hat auf jeden Fall eine Schlüsselrolle gespielt und sich sehr in das Projekt eingebracht. Fast alle der Kleidungsstücke, die auf den Bildern zu sehen sind, wurden von ihm designt. Er hat Meisterstücke entworfen, die unsere Herkunft zelebrieren, ohne wie Kleidung aus einer anderen Ära auszusehen; sehr au courant. Das Magazin ist – genau wie wir – mit dem Shooting äußerst zufrieden gewesen.
 
Ich habe die Arbeit in der Gebert Contemporary Art Gallery hier in Phoenix ausgestellt. Es war ein voller Erfolg, die Rückmeldungen auf die Bilder sind überwältigend gewesen. Aus diesem Grund bin ich Anfang des Jahres auch noch mal zurückgeflogen und habe das Projekt weitergeführt. Vermutlich werde ich gegen Ende 2013 fertig sein und werde es dann auch wieder ausstellen.

Wie sah Ihr technischer Aufbau für das Shooting aus und was können Sie über die Postproduktion sagen?

Zum technischen Aufbau während des Shootings gehörten die Phase One 645DF+ mit dem IQ180 Digitalback und meine zwei Lieblingsobjektive, ein Phase One 45mm Schlitzverschlussobjektiv und ein 55mm Zentralverschlussobjektiv von Schneider-Kreuznach. Ich habe via Tethering auf einen Laptop fotografiert und Capture One Pro genutzt. In puncto Beleuchtung habe ich das ganze Shooting lang ein hartes Licht eingesetzt. Die Optimierung von Farben und Kontrast und die eigentliche Bildbearbeitung habe ich größtenteils mit Capture One Pro erledigt. Ein paar kleine Feinheiten wurden anschließend in Photoshop durchgeführt. Beim Fotografieren übertrage ich die Bilder eigentlich fast immer direkt auf den Laptop, in Capture One Pro.

Die Aufnahmen sind für den Betrachter wirklich faszinierend. Würden Sie uns etwas über die Idee dahinter verraten?

„Mi Herencia“ hat sich zu einem richtigen Kunstprojekt entwickelt. Was als Modeshooting begann, wurde schon bald eine fotografische Abhandlung, die der reichen Kultur und Geschichte Puerto Ricos ihren Respekt zollt. „Mi Herencia“ vermischt vier Gesellschaftsbereiche zu einer fesselnden Geschichte. Die zwei Schwestern sprechen vier kulturelle Elemente an. Erstens die wichtige Rolle der Familie als grundlegende soziale Institution, zweitens die Lebenswirklichkeit vieler puerto-ricanischer Familien (die Kaffeeindustrie), drittens die Trauer und die Hochachtung den Toten gegenüber und zuletzt der religiöse Glaube und Spiritualität. Durch diese Bilder wird der Betrachter einem visuellen Querschnitt durch die Wirklichkeit und Mythen der puerto-ricanischen Kultur gegenübergestellt.

An welchen Locations haben Sie fotografiert und wie haben Sie die Menschen vor Ort dazu gebracht, sich vor der Kamera wohlzufühlen?

Wir haben an mehreren Orten gearbeitet: In den Bergen, die das Zentrum des Kaffeeanbaus bilden, in Old San Juan und in einem Kloster. Als mein Vater und ich uns gerade auf der Locationsuche befanden, haben wir die Grundstückseigentümer kennengelernt. Diese Leute waren einfach faszinierend. Ich wusste sofort, dass ich sie in die Fotostory einbinden wollte. Ich habe sie gebeten, während des Shootings ganz bei sich selbst zu bleiben und erstaunlicherweise sind sie die ganze Zeit über völlig ungezwungen gewesen. Die Atmosphäre beim Shooting war angenehm, entspannt und stressfrei. Jeder hat meine Vision verstanden und alle sind stolz gewesen und wollten dazu beitragen, Puerto Rico ihren Tribut zu zollen. 
Die Bereitschaft der Nonnen im Kloster und der Spaß, den es ihnen bereitet hat, dabei zu sein, haben mich wirklich überrascht. Es war sehr lustig, spielerisch und die gesamte Crew ist am Lachen gewesen. Durch ihre Begeisterung während des Shootings und auch aus Respekt vor der Arbeit, die sie leisten, habe ich mich verpflichtet, einen Teil des Verkaufserlöses von „Mi Herencia“ an das Kloster zu spenden. 

Sie sind nun schon seit einigen Jahren Phase One-Nutzer, wie profitieren Sie davon? 

Mein bevorzugter Phase One Partner ist Digital Fusion in Culver City, Kalifornien. Mein Berater dort ist Chris Benes. Chris ist immer für mich da, wenn ich technische Fragen habe und war schon mehrere Male bei mir in Arizona, wo er mir geholfen hat, mein Arbeitstempo mit dem Phase One Kamerasystem zu steigern. Es ist toll, direkt mit einer realen Person, anstatt nur mit einem Unternehmen, zusammenzuarbeiten. Chris gibt dem ganzen Prozess eine persönliche Note. Er ist der beste Vertriebsmitarbeiter, mit dem ich bisher zu tun hatte.

Fotograf: Werner Segarra


Designer: David Antonio
Kamera: Phase One 645DF+
Digitalback: IQ180

Mehr erfahren 
IQ180 Kamerasystem
Testen Sie ein Kamerasystem

Mehr über Werner Segarra
wernersegarra.com

ALL IMAGES © Werner Segarra

Werner Segarra IQ180
Werner Segarra IQ180
Werner Segarra IQ180
facebook share Share on Facebook
     
GALLERY IMAGES
"Through these images the audience is confronted with visual compendium of the realities and myths of Puerto Rico's culture."
W. Segarra
Please wait!