Marc Koegel
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Pures Schwarz-Weiß

Marc Koegel hat viele Talente. Eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die überwiegend im Bereich der Architektur- und Aktfotografie angesiedelt sind. Zahllose Fotopreise und ebenso viele Ausstellungen. Dozent für Fotografie-Workshops in Vancouver. Ambitionierter Blogger. 

Während Marc schon seit seiner Kindheit eine Leidenschaft für analoge Fotografie in schwarz-weiß hegt, wendet er sich heute immer mehr dem Digitalen zu. Sein Workflow soll die Techniken der Dunkelkammer mit dem digitalen Arbeitsprozess verbinden. Genau dabei haben ihm die Phase One Backs geholfen. Zum ersten Mal hat er 2006 mit Phase One fotografiert, damals war es ein P25 zusammen mit einer Kamera von Hasselblad. „Ich wusste nicht, dass ein solches Kamerasystem überhaupt existiert“. Weiter ging es mit dem P45+ und dem IQ160 – beide kamen kürzlich bei einem Shooting in Island zum Einsatz. Als Marc sich dann für ein zweitägiges Shooting ein IQ260 Achromatic von B3K ausgeliehen hat, verfiel er auch diesem Digitalback. Er sagt dazu: „Ich wollte es einfach behalten.“

Leidenschaft und das prozesshafte Arbeiten sind kennzeichnend für Marcs Fotografie. Die Begeisterung für die analoge Schwarz-Weiß-Fotografie entwickelte sich während seiner Kindheit in Deutschland. Damals waren die Wände seines Zimmers mit Aufnahmen im Posterformat von exotischen Orten plakatiert. Die Bilder stammten aus der Hand seines Vaters, einem Geschäftsmann und ambitionierten Fotografen. Da seine Leidenschaft immer größere Ausmaße annahm, bekam er im Alter von zwölf Jahren die erste eigene Kamera von seinem Vater geschenkt. Marc begann, Portraitaufnahmen zu machen und fotografierte die Auftritte von Freunden, die in lokalen Bands spielten. Als er die Arbeit in der Dunkelkammer für sich entdeckte, wusste er, was es heißt, direkten Einfluss auf den gesamten fotografischen Prozess zu haben. „Mich hat begeistert, dass ich fotografieren, den Film danach entwickeln und anschließend Abzüge anfertigen konnte; und das alles an einem Tag. Ich hatte alles in der Hand“. 


Woher kommt Ihre Liebe zur Schwarz-Weiß-Fotografie?

Der Ursprung liegt in meiner Kindheit. Damals hatte man nicht die Möglichkeit, mal eben eine Dunkelkammer für Farbfilm einzurichten. Alle Aufnahmen waren in Schwarz-Weiß. Diese Tatsache hat mich allerdings nicht etwa beschränkt, sondern trug dazu bei, dass ich die unterschiedlichen Möglichkeiten der Fotografie für mich entdecken konnte, und ich war glücklich, dass ich selber entwickeln konnte. Mir wurde damals auch klar, dass ich nicht unbedingt die Realität abbilden möchte. Schwarz-Weiß ist in gewissem Sinne ein Schritt in Richtung Abstraktion. Man betrachtet die Bilder nicht mit dem gleichen Blick, mit dem wir normalerweise in die Welt schauen. Mit Schwarz-Weiß kann man eine eigentlich gewöhnliche Szene in etwas Künstlerisches verwandeln. Und in der Dunkelkammer entdeckte ich, dass ich Abzüge in unterschiedlichen Gradationen erzeugen kann. Als ich mit der Zeit besser wurde, habe ich mehrere Abzüge von ein und derselben Aufnahme erstellt. Es geht mir um die Idee, mit dem Bild als eigene künstlerische Ausdrucksform zu arbeiten, anstatt darum, einfach nur ein realistischeres Farbfoto zu schießen. Schwarz-Weiß hat mich angezogen und hat mir erlaubt, mich auf Formen, Linien und schlichte Tonwerte zu konzentrieren. Ich habe das Gefühl, dass es meiner Fotografie eine Art kreativen Vorteil gebracht hat.


Aus welchen Gründen gefällt Ihnen das IQ260 Achromatic?

Manche behaupten, dass es auf die Vision und nicht auf das Equipment ankommt. Ich versuche allerdings immer das Maximum zu erreichen. Wenn man also die beste Vision hat, an der besten Location ist und die Möglichkeit hat, ein großartiges Bild zu schießen, dann will man doch auch das beste Equipment haben. Als ich gehört habe, dass Phase One ein reines Schwarz-Weiß-Back einführt, war ich hin und weg. Ich kann damit das bestmögliche Bild machen, da es kein Farbfilter-Array am Sensor gibt, wodurch die Interpolation überflüssig wird. Ich muss nicht erst in Farbe schießen und die Aufnahmen anschließend in schwarz-weiß umwandeln, was mich von meinem Konzept ablenken würde. Im Grunde ist es so, als würde man mit Schwarz-Weiß-Film arbeiten, wo man Rot-, Gelb- und Grünfilter einsetzt und einen unmittelbaren Unterschied sieht. Dieses Kameraback ist das Beste, was ich im digitalen Bereich je gesehen habe. Ich verbringe viel Zeit mit der Nachbearbeitung, wenn man dann bereits ein Foto gemacht hat, das nahe an das gewünschte Ergebnis herankommt und man somit nur einen minimalen Bearbeitungsaufwand hat, ist das ein großer Pluspunkt. 

Es ist einfach toll, dass man durch die Infrarotfähigkeit über das sichtbare Spektrum hinausgehen kann. Die Schärfe und die Qualität der Dateien, die über 60 Megapixel hinausgehen, haben mich umgehauen. Die Bildschärfe, die erstklassige Auflösung und die messerscharfen Details auf meinen etwa 1x2 Meter großen Abzügen sind fantastisch. Mit meiner Cambo Kamera und dem IQ260 Achromatic ist auch Tilt und Shift möglich, was zu tollen Ergebnissen führt.

Obwohl das IQ260 Achromatic offiziell nur 2 Minuten belichtet, habe ich damit bereits 8 Minuten, ohne jeglichen Qualitätsverlust, belichtet. Aus diesem Grund werde ich es auch bei meinem nächsten großen Langzeitbelichtungsprojekt nutzen.


Was ist besser – ein Dozent für Fotografie zu sein oder selbst als Fotograf zu arbeiten?

Ich würde sagen, es steht 50 zu 50. Wenn ich nicht selber vom Fotografieren begeistert bin, kann ich meine Studenten auch nicht inspirieren und bin kein guter Lehrer. Ich muss raus und meine Ideen verwirklichen, um erfolgreich unterrichten zu können. Wenn man quasi nur im Klassenzimmer sitzt und nicht regelmäßig selbst fotografiert, besteht auch immer die Gefahr, dass man etwas von seiner Leidenschaft einbüßt. Außerdem ist man das seinen Studenten gegenüber schuldig. Sie sollen wissen, dass ich ein engagierter Fotograf bin. Je länger ich unterrichte, desto stärker wird auch der Wunsch, nicht nur die technischen Aspekte, sondern auch etwas von meiner Inspiration weiterzugeben. Es macht mich glücklich, wenn Studenten von den Bildern, die sie selbst aufgenommen haben, begeistert sind.


Welchen Ratschlag können Sie ambitionierten Fotografen geben?

Ich glaube es war Gregory Heisler (Portraitfotograf), der mir einmal sagte: „Fotografiere was du willst, aber fotografiere!“ Um in diesem Beruf erfolgreich zu sein, muss man das fotografieren, was einen anzieht – und zwar oft. Wenn man nicht zumindest teilweise an Dingen arbeitet, die man spannend findet, wird man es als Fotograf nicht weit bringen. Sei hartnäckig. Es liegen Jahre der harten Arbeit vor dir. Wenn man sich darüber im Klaren ist, kann man es schaffen. Zeig der Welt deine Arbeiten. Nimm an Fotowettbewerben teil. Es öffnet einem die Augen, wenn die eigenen Werke von Experten eingeschätzt werden. Wenn du einen Wettbewerb gewinnst und dazu noch ein gutes Portfolio hast, könntest du dadurch an einen Auftrag oder eine Ausstellung in einer Galerie kommen. Bei mir ist es auch so gelaufen. Es hilft außerdem, wenn man über seine Fotografie spricht. Erzähl von der Geschichte hinter den Bildern und davon, wie bestimmte Aufnahmen zustande gekommen sind. Das richtige Equipment ergänzt das eigene handwerkliche Können und signalisiert, dass es einem ernst ist. Darüber hinaus ist es eine gute Möglichkeit, sich abzugrenzen. 

Fotograf: Marc Koegel
Kamera: Phase One 645DF+
Digitalback: IQ260 Achromatic

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Erfahren Sie mehr über Marc Koegel
www.silverlandscapes.com
www.vancouverphotoworkshops.com

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Marc Koegel IQ260 Achromatic
Marc Koegel IQ260 Achromatic
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"This camera back gets you as close to getting it right in-camera as I’ve ever seen digital do."
M. Koegel
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