Miss Aniela
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Die unwirkliche Welt

Ihr bürgerlicher Name ist Natalie Aniela Dybisz. Gebürtig stammt sie aus Leeds im Norden Englands, doch ihre Eltern sind polnischer Abstammung, und diese osteuropäischen Wurzeln spiegeln sich in ihrem heutigen Künstlernamen wider.

Das Pseudonym ‚Miss Aniela‘ war auch der Name ihres Flickr Accounts aus der Zeit, bevor sie anfing viele Bilder aufzunehmen. Im Alter von 19 Jahren begann sie erst einmal ohne großen Plan. „Es war definitiv die Art und Weise, wie die Leute auf meine Arbeit auf Flickr reagierten, die mich überzeugte, dass ich etwas daraus machen könnte...um mein Leben zu finanzieren“, sagt sie bescheiden. Die Reaktionen, die sie erwähnt, könnten besser als globales Phänomen beschrieben werden, da ihre Flickr-Seite allein in den ersten sechs Monaten über eine Million Mal angesehen wurde.

Im Laufe ihrer Karriere hat Natalie Dybisz viele Kameras genutzt, von einer Kompaktkamera bis hin zur DSLR. Doch vor Kurzem hat sie sich für eine Aufnahmelösung von Phase One entschieden, von der sie direkt begeistert war. „Die 645DF mit dem P40+ Digitalback liefert Bilder in unglaublicher Qualität, sodass die Aufnahmen zugeschnitten werden können und trotzdem noch eine perfekte Auflösung in Postergröße haben.“

Die unwirkliche Welt
Schnell verstand sie, die Aufmerksamkeit der Flickr Community auf ihre unverwechselbaren Selbstportraits zu ziehen. Sie nutzt gewagte und umwerfende Farben, die sie in der Postproduktion noch verstärkt. Sie räumt ein, dass ihre Bilder, die auf diese Art und Weise im Internet präsentiert werden, zunächst nur als Miniaturbilder oder maximal als Bilder in Postkartengröße gesehen werden. Das bedeutet, dass die Bilder etwas Besonderes ausstrahlen müssen, sodass der Betrachter darauf klicken, einen Kommentar abgeben und mehr von ihrer Arbeit sehen möchte.

Ihre endgültigen Bilder sind oft aus einer Anzahl an zusammengesetzten Aufnahmen konstruiert, um Szenen zu erzeugen, in denen es so aussieht, als ob sie irgendwo hängt, schwebt oder fällt. Diese Bilder, die sie als ihre ‚Tricks‘-Serien bezeichnet, sind allerdings mehr als bloß ästhetisch ansprechende Bilder. Sie spielen auf dunkle Themen, wie Angst und Depression, an und entspringen den eigenen Erfahrungen der Künstlerin aus der Zeit, in der sie anfing Selbstportraits aufzunehmen. Wie alle erfolgreichen, innovativen Künstler lässt sie sich immer wieder von ihrem persönlichen Leben inspirieren – so auch das Bild ‚An Exercise in Emotional Detachment‘, das ihre Gefühle aus der Zeit, als sie alleine nach London gezogen ist, widerspiegelt oder auch ihre Arbeit ‚I Don’t Feel so Safe Anymore‘, die kurz nachdem bei ihr eingebrochen wurde entstand. Ein besonders ergreifendes Bild mit dem Titel ‚For Tatus‘ wurde von den Erinnerungen an Natalies Vater inspiriert, der starb, als sie vier Jahre alt war. Es entstand zur Erinnerung an seinen Geburtstag.

Die Reaktionen auf Miss Anielas Selbstportraits sind jedoch keineswegs nur positiv. Besonders ihre Aktfotografie rief Kontroversen hervor. So auch die Anschuldigung, manche Bilder würden die Frau herabsetzen. Ihre Antwort darauf war: „Eine Person sieht möglicherweise etwas Kontroverses in meiner Arbeit und eine andere Person sieht einfach nur etwas visuell Interessantes und Sinnliches im positiven Sinne.“ Durch das Veröffentlichen ihrer Bilder in einem Forum wie Flickr, hat sie verstanden, dass Menschen ihre eigenen Interpretationen haben und diese in ihren Kommentaren zum Ausdruck bringen. Doch sie weiß auch, dass die Diskussionen um ihre Arbeit dazu beigetragen haben, wahrgenommen zu werden. Außerdem meint sie: „Egal ob ich erfolgreich bin oder nicht, ich mag die Idee, die männliche Sichtweise zu dekonstruieren; mit einem Bild, in dem ich die Fäden in der Hand habe... und etwas Dynamisches mit der weiblichen Form mache“.

Die wirkliche Welt
Schon seit mehr als vier Jahren veröffentlicht Miss Aniela ihre Fotos über Flickr, aber erst seit den letzten zwei Jahren arbeitet die talentierte 24-jährige Künstlerin als professionelle Fotografin. Sie verfolgt weiterhin ihre persönlichen Projekte und verdient ihren Lebensunterhalt, indem sie Limited-Edition Drucke und selbst veröffentlichte Bücher mit ihren Arbeiten verkauft. Daneben arbeitet sie unter anderem als Beraterin für große Unternehmen und an einem Buch über Selbstportraits, das voraussichtlich Anfang 2011 in die Regalen kommt. Sie führt außerdem Präsentationen und Workshops über die ‚Miss Aniela-typischen‘ Bildeffekte (auch über den Frei-Schweben-Effekt) in Großbritannien und den USA durch.

Die Zukunft sieht vielversprechend aus. Während sie auf der einen Seite ihre Selbstportraits stetig weiterentwickelt, möchte sie sich auch in anderen kreativen Medienbereichen bewegen und plant eine Reihe von Kurzfilmen. Es scheint, als sei sie dazu bestimmt eine Brücke zwischen Kunst und Kommerz zu schlagen. Eine Vielzahl von Aufträgen aus der Mode- und Musikwelt liegen vor ihr und sie wird sicherlich auch dort ihren ganz persönlichen Stil mit einbringen. Man sagt ihr eine spannende und erfolgreiche Karriere voraus. Welchen Weg auch immer sie einschlägt, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass man in Zukunft noch viel von ihr hören wird. Machen Sie sich auf ‚Miss Aniela‘ gefasst – sie ist definitiv jemand, mit dem man rechnen muss.

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